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Gesundes Wachstum für deutsche Medizintechnik und Health-IT

Der Bereich der Gesundheitswirtschaft verspricht auch für die kommenden fünf Jahre weiter zu wachsen. Neben dem hohen frei verfügbaren Einkommen ist die steigende Anzahl älterer Menschen im Land ein Grund. Da australische Senioren oftmals wohlhabend sind und großen Wert auf eine gute medizinische Versorgung legen, nimmt die Nachfrage nach Branchenprodukten stetig zu. Australiens Markt für Medizintechnik wächst weiter stabil. Das Marktforschungsinstitut IBIS World prognostiziert für den lokalen Umsatz im Finanzjahr 2018/19 (1.7 bis 30.6) auf Basis der Landeswährung eine Steigerung um 2,1 Prozent. Für den Zeitraum 2019/20 bis 2023/24 erwarten die Marktforscher eine durchschnittliche Steigerungsrate von 1,8 Prozent pro Jahr.

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Australiens Gesundheitseinrichtungen müssen eine stetig wachsende Bevölkerung mit einem gleichzeitig steigenden Behandlungsbedarf versorgen. Die Einwohnerzahl des Landes legt derzeit um rund 400.000 Menschen pro Jahr zu. Im August 2018 durchbrach sie die 25-Millionen-Marke. Infolge einer längeren Lebenserwartung wächst außerdem die versorgungsintensive Bevölkerungsgruppe der über 65-Jährigen.

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In Landeswährung gerechnet stiegen die Gesundheitsausgaben in den vergangenen zehn Jahren durchschnittlich um real 4,6 Prozent. Im Finanzjahr 2016/17 wurden umgerechnet 136,6 Milliarden US$ im australischen Gesundheitssystem ausgegeben



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Australien importiert rund 80 Prozent des lokalen Medizintechnikbedarfs, Gleichzeitig sind die heimischen Hersteller auf den Weltmärkten erfolgreich. Die Exportquote liegt derzeit bei rund 67 Prozent. Auf US-Dollar Basis legten die australischen Importe ausgewählter medizintechnischer Produkte 2017 um 2,5 Prozent zu. Die USA dominieren das Einfuhrgeschäft mit einem Anteil von rund 36,7 Prozent. Deutschland ver­teidigt zwar den zweiten Platz vor China, liegt mit einem Anteil von 8,8 Prozent jedoch deutlich hinter dem Spitzenreiter. Weitere wichtige Lieferländer sind Irland und die Schweiz.

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Die australischen Medizintechnikhersteller erzielten im Finanzjahr 2017/18 nach Angaben von IBIS World einen Umsatz von 3,3 Milliarden US$. In den nächsten fünf Jahren wird ein durchschnittliches Wachstum von 2,3 Prozent jährlich erwartet (auf $A Basis). Drei große Hersteller dominieren die lokale Produktion: Cochlear, Resmed und Baxter. Zusammen erwirtschaften sie rund 60 Prozent des Branchenumsatzes. Ein Großteil der lokalen Firmen sind Kleinunternehmen oder Startups. Landesweit gibt es nur sieben Medizintechnikhersteller mit einem Umsatz von mehr als 10 Millionen $A.

Zulassung Medizintechnischer Produkte

Die australischen Industrienormen für Medizintechnik und wissenschaftliche Geräte sind in den beiden Standards ANZSIC 2832 (medical and surgical equipment manufacturing) und ANZSIC 2839 (professional and scientific equipment manufacturing) festgelegt. Darüber hinaus werden im sog. Therapeutic Goods Amendment (Medical Devices) Bill 2002 (überarbeitet in 2010) und Therapeutic Goods Act 1989 die qualitativen und sicherheitsmäßigen Standards und Normen für Medizinprodukte niedergelegt. Medizinische Geräte müssen in Australien bei der Therapeutic Goods Administration (TGA) registriert werden, bevor sie im australischen Markt verkauft werden dürfen. In 2002 wurden die beiden Gesetzesvorlagen Therapeutic Goods Amendment (Medical Devices) Bill 2002 und Therapeutic Goods Amendment (Charges) Bill 2002 eingeführt, um eine Harmonisierung der Regulierung für Medizintechnik auf internationaler Ebene herbeizuführen.